Aus: Flensborg Avis

Zuschuss für die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing

04.12.2014 | 13:11 |

Holger Johannsen

Dank der 180.000 Euro von der Kieler Landesregierung sind die Initiatoren ihrem Ziel, die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing zu einer Art Museum mit Geschichtsvermittlung auszubauen, einen großen Schritt nähergekommen, freut sich der Vorsitzende der Kulturstiftung Nordfriesland.

In Nordfriesland ist die Freude über den Zuschuss der Kieler Regierung groß. Dank dieser Förderung soll die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing ausgebaut werden.

„Es ist ein Riesenschritt nach vorn“, betont Gary Funk. Der SSW-Politiker ist Vorsitzender des Kulturausschusses des Kreises Nordfriesland und zugleich Vorsitzender der Kulturstiftung Nordfriesland, in deren Zuständigkeitsbereich auch die Gedenkstätte liegt. Soeben ist in Kiel bekanntgegeben worden, dass die Küstenkoalition, bestehend aus SPD, Die Grünen und SSW, beschlossen hat, die Gedenkstätte Husum-Schwesing im kommenden Jahr mit 180.000 Euro zu fördern.

 

„Mit diesem Geld kann die Gedenkstätte Husum-Schwesing mit einem wetterbeständigen Unterstand sowie mehrsprachigen Informationstafeln und sanitären Anlagen ausgestattet werden“, sagt der SSW-Gruppenvorsitzende im Landtag, Lars Harms. Der Nordfriese hat sich persönlich dafür eingesetzt, dass der Zuschuss für die Gedenkstätte in den Haushalt des kommenden Jahres aufgenommen wurde: „Es ist eines der zentralen Anliegen des SSW, die Erinnerungskultur zu pflegen, sodass die Schrecken der Nazi-Zeit niemals in Vergessenheit geraten“, wie Lars Harms betont.

Das KZ Husum-Schwesing war – ebenso wie das KZ Ladelund – ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme bei Hamburg. Im KZ Husum-Schwesing kamen in den Kriegsjahren bis zu 500 Zwangsarbeiter um, unter ihnen auch Zwangsarbeiter aus Dänemark.

„Die Förderung aus Kiel sowie das Geschenk in Höhe von 100.000 Euro eines anonymen Gönners sollen in die Einrichtung einer Ausstellung im Außenbereich investiert werden, wo die Besucher einen Einblick darin gewinnen können, zu welchen Zwecken das Lager vor und während des Krieges genutzt worden ist und unter welchen kümmerlichen Verhältnissen die Gefangenen dort lebten – und starben“, wie Gary Funk sagt.

Die Langzeitplanung  umfasst den Ausbau der Gedenkstätte mit einem Dokumentenhaus, einer Art Archiv mit Aufzeichnungen, die das elende Leben der Gefangenen während des Krieges dokumentieren.

Die Initiatoren werden zudem die  Landesarbeitsgemeinschaft für Gedenkstätten um Fördermittel ersuchen, um Fachleute mit einer pädagogischen Ausbildung einstellen zu können. Diese sollen ein Konzept erarbeiten, mit dessen Hilfe die Geschichte des KZ Husum-Schwesing Schülern vermittelt werden kann.

„Es ist wichtig, dass die Nazi-Zeit nicht aus der Erinnerung der heutigen jungen Generation verschwindet – eine Generation, die weder Eltern noch Großeltern hat, die den Krieg erlebt haben“, sagt Gary Funk.

 

 


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