Aus: Flensborg Avis

Aufräumen nach Orkantief „Christian“

06.12.2013 | 11:56 |

Dirk Thöming

Orkan „Christian“ hat in den Wäldern von Handewitt auf einen Streich so viele Bäume flachgelegt wie sonst im Laufe von 14 Jahren gefällt werden. Bäume aus der ganzen Region werden derzeit über den Handewitter Güterterminal in Sägewerke gen Süden transportiert.

Hans-Peter Carstensen freut sich darüber, dass der Güterterminal seiner Speditionsfirma ungeachtet des Widerstands vor Ort – dennoch gebaut worden ist. Foto: Lennart Adam

Handewitt. Orkantief „Christian hat so viele Bäume „gefällt“, dass die Holz-Ausbeute mehr als 100 Güterzüge mit Holzlieferungen gen Süden füllen wird. Die Speditionsfirma Carstensen in Handewitt ist für den Transport der großen Holzmengen vom Güterterminal in Handewitt zuständig. Das Unternehmen transportiert das Holz an Käufer in ganz Deutschland. Der erste Holzzug steht bereits auf den Schienen – zur Abfahrt bereit.

 

„Ab Januar wird alle 24 Stunden ein Güterzug den Terminal verlassen“, kündigt Fuhrunternehmer Hans-Peter Carstensen an. Er schätzt, dass nahezu die Hälfte des Holzes, das wegen des Sturms in Schleswig-Holstein angefallen ist, über Handewitt verfrachtet werden wird.

„200.000 von 500.000 Raummetern werden hier auf die Güterwaggons verladen“, wie er sagt.

Die täglichen  Zugtransporte, (ein jeder mit 13 bis 17 Waggons, Anm. d. Red.) werden ihm zufolge fünf Monate andauern.

 

Die Holzausbeute von 14 Jahren

 

Das Holz kommt aus den Wäldern von Glücksburg, Handewitt, Langbjerg, Bredstedt, Süderlügum und Trelstorp. Dort legte der Sturm im Durchschnitt mehr Bäume flach als im übrigen Schleswig-Holstein.

 

„Allein in den Wäldern von Handewitt haben wir 50.000 Raummeter eingebüßt. Eine normale Ausbeute dort liegt bei 3.500 Raummetern jährlich. Der Sturm hat also eine Holzmenge „gefällt“, die wir normalerweise im Laufe von 14 Jahren aus den Wäldern gewinnen“, sagt Klaus Schmidt, Förster für Glücksburg, Handewitt und Umgebung.

 

Umweltminister Robert Habeck (Die Grünen) hatte nach dem Orkan bekanntgegeben, dass der Orkan im Oktober in den Wäldern Schleswig-Holsteins lediglich Holzschäden angerichtet habe, die der Ausbeute eines Jahres entsprächen.


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