Aus: JydskeVestkysten

Alternativ Energie für Tondern

06.12.2013 | 11:51 |

Martin Franciere

Das Warmwasser für die Fernwärmversorgung von „Tønder Fjernvarme“ wird künftig aus dem Untergrund und einer Tiefe von 1.850 bis 1.900 Metern geholt. In diesen Lagen beträgt die Wassertemperatur zwischen 70 und 75 Grad Celsius.

Es können pro Stunde maximal 200 Kubikmeter 70 bis 75 Grad warmen Wassers aus dem Untergrund gepumpt werden. Dies wiederum bedeutet, dass 90 Prozent des Warmwasserverbrauchs mithilfe einer geothermischen Anlage gewährleistet werden können. Foto: Søren Gylling

Tondern/Tønder – In Zukunft wird das warme Wasser für die Versorgung der Fernwärmekunden der Stadt Tondern aus den Tiefen der Marsch geholt. Dort liegt das Wasser gut, warm – und tief im Untergrund.

„Wir bohren in einer Tiefe von 1.850 bis 1.900 Metern, wo die Temperatur des Wassers zwischen 70 und 75 Grad beträgt. Nach einem Durchlauf im Wärmetauscher kann das Warmwasser direkt in das Fernwärmenetz eingespeist werden“, erläutert der Vorsitzende von „Tønder Fjernvarme“, Peter Nørkjær.

An 300 Tagen im Jahr soll allein das geothermische Wasser für Warmwasser in Hahn und Heizung der Verbraucher aus der Stadt Tondern sorgen.

„Lediglich an einigen wenigen Tages des Jahres müssen wir gegebenenfalls auf den Einsatz von Gaskesseln zurückgreifen“, sagt der Vorsitzende.

Er verweist darauf, dass der Maximalbedarf an den kältesten Tages des Jahres bei 30 Megawatt liegt, während die Tiefe des Untergrunds für 14 Megawatt „sorgt“.

Laut Peter Nørkjær besteht die größte Herausforderung darin, das Wasser nach dem Gebrauch wieder zurück in den Untergrund zu pumpen.

Das Wasser hat einen hohen Salzgehalt. Gegenwärtig werden Versuche durchgeführt, die darauf abzielen zu verhindern, dass das Wasser auf seinem Weg zurück in den Untergrund kristallisiert, was nicht zweckdienlich ist:

„Die Lösung des Problems könnte möglicherweise in der Zufuhr von bis zu sechs Prozent Frischwasser bestehen“, überlegt Nørkjær. 

 

Doch was ist, wenn das Warmwasser versiegt?

 

„Es ist definitiv vorhanden! Die Frage ist nur, ob genug davon da ist und ob man es in einer Tiefe von zwei Kilometern von dem Salzstein trennen kann.“

 

Peter Nørkjær ist sich schon jetzt darüber im Klaren, dass die große Herausforderung darin bestehen wird, die vier Brunnen zu bohren. Die Bohrfirma, die die Ausschreibung gewinnt, wird Monate allein für die Vorbereitungen benötigen, bevor mit dem Bohren begonnen werden kann.

„Mir ist durchaus klar, dass das schwieriger ist als man meinen sollte. Beim Bohren gibt es immer Überraschungen, und es ist unmöglich, sich gegen alles zu wappnen“, sagt Nørkjær.

 

 

 

 

Geothermie

 

Geothermische Energie kann genutzt werden, indem man warmes Wasser aus den tiefgelegenen, wasserführenden Schichten des Untergrundes hinauf pumpt.

In Dänemark steigt die Temperatur je Kilometer, den man im Untergrund bohrt, um etwa 25 bis 30 Grad Celsius. Im Gegenzug sinken die wasserführenden Eigenschaften mit zunehmender Tiefe.


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