Aus: JydskeVestkysten

Der Apenrader Hafen als künftiger Dreh- und Angelpunkt für Schwergüterverschiffung

21.11.2013 | 11:02 |

Palle Andersen

Wirtschaft: „Erhvervenes Hus“ – das Haus der Gewerbe in Apenrade, mischt sich jetzt in die Hafendiskussion ein. Der aktuelle Plan für eine Erweiterung sei unzureichend – diese Auffassung vertritt der Vorsitzende Oluf Lauridsen. Der Hafen soll in Zukunft auch für Unternehmen vom Kaliber „Ds Sm A/S“ in Jordkirch attraktiv sein.

Oluf Lauridsen ist Entwicklungschef bei „Ds Sm A/S“ in Jordkirch, ein Unternehmen, das große Komponenten für die Windkraftindustrie und die Erdölindustrie herstellt. Im Namen von „Erhvervenes Hus“ schlägt er eine umfassendere Erweiterung des Hafens vor, als dies in dem aktuellen Lokalplan vorgesehen ist, der gegenwärtig in der öffentlichen Anhörung ist. Foto: Ulrik Pedersen

Apenrade/Aabenraa – Der Apenrader Hafen müsse in höherem Maße als heute Verschiffungshafen für große Komponenten der Windkraft- und der Offshore-Industrie werden. Das meint Oluf Lauridsen, der Vorsitzender von „Erhvervenes Hus“ in Apenrade ist.

 

Der Apenrader Hafen könnte, was die dänische Windkraftindustrie angeht, Ausschiffungshafen für den gesamten Ostseebereich werden. Dies würde jedoch einen Handlungsplan mit einer weitaus größeren Perspektive erfordern, als der aktuelle Plan, der demnächst politisch behandelt wird. Auch müsste die Kommune in Hafennähe Flächen zur Lagerung von Gütern ausweisen, die verschifft werden sollen“, sagt Oluf Lauridsen. Einen konkreten Vorschlag zu einer Erweiterung des Hafens möchte er nicht unterbreiten.

Hafen und Hafenvorstand müssen stets einen Plan darüber in der Hinterhand haben, worin der nächste Schritt einer Hafenerweiterung bestehen könnte, wobei als Zeithorizont die Rede hier nicht von vier, sondern eher von ein oder zwei Jahren ist“, meint Oluf Lauridsen, der dabei auf die rasante Entwicklung der Windkraft- und Erdölindustrie verweist.

 

Neue Arbeitsplätze

 

Darum ist es wichtig, dass der Hafen derart umgestaltet wird, dass man von dort aus auch jene Produkte verschiffen kann, die in Zukunft gefragt sind. Wenn dem so würde, dann könnten sich Unternehmen in der Kommune und der süddänischen Region in vorteilhafter Lage niederlassen und somit Arbeitsplätze in der Region schaffen“, sagt Oluf Lauridsen.

Lauridsen ist Entwicklungschef bei „Ds Sm A/S“  in Jordkirch. Das Unternehmen stellt Komponenten für die Windkraft- und die Offshore-Industrie her, Produkte, die zunehmend größer werden, und für den Apenrader Hafen wird es zusehends schwieriger, diesen geänderten Anforderungen gerecht zu werden.

Der Lokalplan

Im Dezember verabschiedet der Apenrader Stadtrat einen neuen Lokalplan für den Apenrader Hafen. Gegenwärtig befindet sich dieser in der öffentlichen Anhörung. Dem Plan zufolge soll der Südhafen aufgefüllt werden, um so die Landfläche für die Hafenindustrie zu vergrößern. Darüber hinaus soll der Sønderjyllandskai erweitert werden.

Hafendirektor zufrieden angesichts des aktuellen Plans

Wird der aktuelle Lokalplan für eine Erweiterung des Apenrader Hafens im Dezember im Stadtrat verabschiedet, ist der Direktor des Apenrader Hafens, Henrik Thykjær, ein zufriedener Mann.

Ich sehe keine Veranlassung dafür, den Hafen noch mehr zu erweitern, als dies im Lokalplan vorgesehen ist. Sollte der Südhafen aufgefüllt werden, wird dadurch Platz für die Lagerung von schweren Gütern geschaffen – und wir sind's zufrieden. Andererseits stehen wir den Repräsentanten von „Erhvervenes Hus“ natürlich jederzeit für Gespräche zur Verfügung, und sollte es konkrete Anfragen von Unternehmen geben, untersuchen wir stets, wie wir diesen helfen können“, sagt Henrik Thykjær.

Er unterstreicht indes, dass für eine Hafenerweiterung wie im Lokalplan vorgesehen, Eile geboten ist, sei doch die Kapazität zur Lagerung und Ausschiffung von Schwerlastgütern beispielsweise von  „Ds Sm A/S“ gegenwärtig nicht ausreichend.

Sollte es in Zukunft Pläne für eine zusätzliche Erweiterung des Hafens geben, werde die Hafenleitung dafür sorgen, dass Kommune und Bürger einbezogen werden.

 

Die Stadt und der Hafen leben seit 750 Jahren friedlich miteinander – und so soll es auch bleiben! Darum muss man stets Rücksichten nehmen, wenn Veränderungen am Hafen geplant sind“, sagt Henrik Thykjær.

Sowohl Henrik Thykjær als auch Oluf Lauridsen betonen, dass der Apenrader Hafen nicht in Konkurrenz zu dem um ein Vielfaches größeren Wirtschaftshafen in Esbjerg treten soll.

 

 

Der Apenrader Hafen

 

Der Apenrader Hafen ist seiner Internetseite zufolge ein marktorientiertes Unternehmen, das seine Produkte den Bedürfnissen seiner Kunden anpasst. Verkehr, Fazilitäten und Dienstleistungen werden laufen weiterentwickelt und verbessert, sodass der Hafen für die Zukunft gewappnet ist.

 

 


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